Rekonstruktive Urologie

Im folgenden gehen wir näher auf die häufigsten Erkrankungen der rekonstruktiven Urologie ein:
Harnröhrenengen oder -strikturen
Unsere Abteilung hat eine langjährige Erfahrung im Bereich der rekonstruktiven Urologie.
Jedes Jahr werden zahlreiche, zum Teil sehr komplexe Eingriffe durchgeführt, insbesondere bei Harnröhrenengen. Diese werden nahezu ausschließlich beim Mann beobachtet und sind bei Frauen außerordentlich selten. Unbehandelt führen die Harnröhrenenge zu Harnstau, wiederkehrenden Entzündungen und im Extremfall zu einer Einschränkung der Nierenfunktion.
Erste Zeichen sind häufig
- ein abgeschwächter Harnstrahl
- häufiges Wasserlassen
- immer wieder auftretende Blasenentzündungen
Sehr kurze Engstellen
Sehr kurze Engstellen lassen sich manchmal endoskopisch durch ein Aufdehnen (Bougieren) oder Schlitzen dauerhaft heilen.
Bringt diese Therapieform nicht den gewünschten Erfolg oder handelt es sich um eine ausgeprägtere Enge, kommt eine offene Rekonstruktion über einen Schnitt in Frage. Bei kurzen Engstellen schneiden wir die Enge aus und stellen die Kontinuität der Harnröhre wieder her.
Längere oder mehrere Engstellen
Bei längeren oder mehreren Engstellen in der Harnröhre kommt in der Regel die Neubildung der Harnröhre mit Mundschleimhaut zum Einsatz.
Auch diese ist mit guten Langzeitergebnissen verbunden. Bei Engen im Bereich der Harnröhrenöffnung oder des Penises ist das offen-chirurgische Vorgehen immer das Vorgehen der Wahl. In den meisten Fällen wird auch hier Mundschleimhaut als Harnröhrenersatz wegen ihrer guten Eigenschaften verwendet. Diese wird, je nach Länge, aus einer oder beiden Wangeninnenseiten entnommen. Selbst bei kleinen Kindern kann dieses Verfahren gut eingesetzt werden.
Hintere Harnröhrenstrikturen
Eine besondere Herausforderung in der rekonstruktiven Urologie stellt die Behandlung der hinteren Harnröhrenstrikturen dar.
Hier wird individuell entschieden, welches operative Verfahren zur Anwendung kommt. Auch diese Behandlungen gehören zur Routine unserer Abteilung.
Folgen von Bestrahlungen, Operationen oder Verletzungen
Bei Harnleiterengen oder Defekten als Folge von Bestrahlungen, Operationen oder Verletzungen führen wir ebenfalls rekonstruktive Eingriffe verschiedener Art durch.
Unser Spektrum beinhaltet neben der Rekonstruktion des Harnleiters mit Mundschleimhaut oder Dünndarm auch die Rekonstruktion der Scheide bei angeborenen Fehlbildungen oder anderen Funktionsstörungen der Scheide.