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Tipps für Urlauber

15.06.2011

Reisende aufgepasst: Muss der Impfschutz noch aufgefrischt werden? Ist die Reiseapotheke komplett? Der Infektiologe Dr. Uwe Werfel von den Kliniken Essen-Mitte gibt Tipps.

 

"Sind im Sommer Aufenthalte in Wald- und Wiesengebieten zum Beispiel in Süddeutschland oder Österreich geplant, ist eine Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) dringend zu empfehlen", rät Dr. Uwe Werfel, Reisemediziner und Infektiologe der Kliniken Essen-Mitte. Die schwere Infektion des zentralen Nervensystems wird durch Zeckenbisse übertragen. "Wer nicht geimpft ist, sollte sich spätestens sechs Wochen vor Reiseantritt bei einem Arzt vorstellen", sagt Werfel. Ebenfalls durch Zecken übertragen: die Lyme-Borreliose, eine bakterielle Infektion, der noch Jahre später Lähmungserscheinungen oder Gelenksentzündungen folgen können. Eine Impfung ist nicht möglich, doch durch genaues Absuchen des Körpers nach z. B. Waldspaziergängen lassen sich Zecken rechtzeitig finden und mit einer Zeckenzange entfernen.

 

Was meiden, worauf achten?
"Das Risiko an Hepatitis A, eine durch Nahrungsmittel übertragene Leberentzündung, zu erkranken, ist schon bei Reisen südlich der Alpen oder östlich der Oder erhöht", warnt Werfel. Gerade Lebensmittel wie Muscheln oder Salat, aber auch Trinkwasser können verunreinigt sein. Wichtig: Trinkwasser stets abkochen, Eiswürfel und Meeresfrüchte meiden. Wer eine Reise in die Tropen, Subtropen oder auch "Rucksackreisen" außerhalb Europas plant, sollte sich im Vorfeld reisemedizinisch beraten lassen, um über Krankheiten wie Malaria oder Gelbfieber informiert zu sein. "Neben der medizinischen Notwendigkeit einer Gelbfieber-Impfung ist häufig ein Impfnachweis bei der Einreise verpflichtend", informiert Dr. Werfel. Gegen Malaria gibt es keine Impfung. Deshalb ist es wichtig, sich vor Insektenstichen zu schützen. Der Experte rät: "In den Abendstunden auf helle, weite, körperbedeckende Kleidung und das Tragen von Socken achten. Moskitonetze und sogenannte Repellentien zum Auftragen auf die Haut helfen, die Insekten fernzuhalten."

 

Damit nichts ins Auge geht
Auch banale Infektionen können den Urlaubsspaß überschatten. So sind Schwimmbäder Brutstätten für Bakterien und Pilze. Ein Fußpilz kann leicht entstehen, denn das warme Klima begünstigt das Wachstum und die Vermehrung der Keime. Antimykotische Salben töten den Pilz ab und verhindern den unangenehmen Juckreiz. Vorbeugend am besten Badelatschen tragen und die Füße immer gut abtrocknen. Ebenso kann die Kombination von Wind und Sand eine schmerzhafte Bindehautentzündung hervorrufen ? entzündungshemmende Augentropfen oder Salben sind nicht verschreibungspflichtig und verschaffen Linderung. Außerdem in die Reiseapotheke gehören: Pflaster, Thermometer, fiebersenkende und schmerzstillende Mittel, Heilsalbe, Medikamente gegen Durchfall und Übelkeit. Reisenden mit chronischen Erkrankungen empfiehlt Werfel nicht nur einen ausreichenden Vorrat der Dauermedikation einzupacken, sondern eine individuelle Beratung.