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Unbeschwert lachen

20.01.2010

Kraftvoll zubeißen im hohen Alter - wer wünscht sich das nicht? Die wohl beste Lösung dafür sind festsitzende Zahnimplantate. Wie in vielen Bereichen gibt es jedoch auch hier gravierende Qualitätsunterschiede: Entscheidend dafür, ob das lückenlose Lächeln auch dauerhaft Bestand hat, sind gut ausgebildete Zahnärzte. Darum sollten sich Patienten vor Behandlungsbeginn genau infor-mieren, ob ihr Zahnarzt der Herausforderung auch gewachsen ist. 

Dorothea Schmitz schlägt hastig die Hand vor den Mund. Nicht weil sie gähnen oder husten muss. Sie hat sich auch nicht erschrocken. Im Gegenteil: Die angehende Bürokauffrau lacht. Ihr Lachen könnte ansteckend sein, würde sie es nicht verstecken. "Gewohnheiten legt man oft nur schwer ab", schmunzelt die 20jährige. Jahrelang hatte sie hinter vorgehaltener Hand einen angeschlagenen, grau verfärbten Schneidezahn in ihrem Oberkiefer verborgen. Heute können sich die Zähne von Dorothea Schmitz ohne Einschränkung sehen lassen: Anstelle der ?gräulichen? Zahnruine glänzt ein makelloses Implantat. "Das ist ein ganz neues Lebensgefühl", sagt Dorothea Schmitz.

 

Aktuelle Studien bestätigen das. Demnach sind schöne, gesunde Zähne nicht nur wichtig für das eigene Selbstwertgefühl, sondern wirken sich auch auf den berufli-chen Erfolg aus. Und zwar deutlich: So vermutete ein Drittel der Befragten einer amerikanischen Studie, dass jemand mit unansprechenden Zähnen wahrscheinlich weniger Arbeitsangebote bekommt; umgekehrt glaubten 75 Prozent, dass ein schönes Lachen den Erfolg im Beruf erleichtert.

 

Gesunde Zähne bleiben gesund
Während in der Vergangenheit Zahnlücken nur durch Brücken oder herausnehmbare Prothesen geschlossen werden konnten, eröffnet inzwischen die Implantologie ganz neue Möglichkeiten. Denn dabei wird der Zahnersatz mithilfe künstlicher Zahnwurzeln direkt in den Kiefer eingepflanzt. "Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Implantat der Natur des natürlichen Zahnes am nächsten kommt", erklärt der Essener Oralchirurg Prof. Dr. Thomas Weischer. Denn das Implantat schließt nicht nur Lücken, sondern verhindert auch eine größere Schrumpfung des Kieferknochens. Gesunde Nachbarzähne müssen ? wie beim herkömmlichen festen Zahnersatz ? nicht mehr beschliffen werden. Auch das Kaugefühl unterscheidet sich nicht vom natürlichen Zahn. Das hat sich herumgesprochen: 73 Prozent der Patienten erwarten sich von Zahnimplantaten eine bessere Lebensqualität. Sogar das renommierte Robert-Koch-Institut (RKI) plädiert dafür, "eine Zahnlücke, wenn möglich, mit Implantaten" zu versorgen.

 

Kein Wunder also, dass das Verfahren hierzulande einen regelrechten Boom erlebt. Im Gegensatz zu den USA hat die so genannte "Krise" in Deutschland nicht dazu geführt, dass Patienten am Zahnersatz sparen. Im Gegenteil: "Implantatversorgung ist ein fester, ja wachsender Bestandteil der zahnmedizinischen Zukunft", sagt Prof. Dr. Günter Dhom, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI). Bis zum Jahresende, so seine Prognose, werden Zahnärzte bundesweit rund eine Million Implantate gesetzt haben.

 

Wer das Verfahren nicht anbietet, riskiert Patientenverluste. Laut Stiftung Warentest suchen sich viele Patienten einen anderen Zahnarzt, wenn die bisherige Praxis nicht implantiert. "Die Patienten wollen Implantate, und sie wollen gute Behandlungserfolge. Das verlangt vom Behandler umfassendes Wissen und Können sowie die Souveränität, in unerwarteten kritischen Momenten die richtige Entscheidung zu treffen und auf eine geeignete Ausrüstung zurückgreifen zu können", so das Fazit der Warentester.

 

Fachgesellschaft warnt vor Wildwuchs
Die DGI warnt deshalb vor "Wildwuchs und Marktschreier-Angeboten" in der Implantatologie. "Es macht mich mehr als unruhig, wenn ich mir vorstelle, dass sich ungeübte Implantologen und Implantatsysteme ohne anerkannte Qualitätsprüfung verbünden und aus Marktinteressen die Qualität der Implantologie in der Praxis gefährden", sorgt sich DGI-Präsident Prof. Dr. Günter Dhom. Denn das lukrative Ge-schäft bringt nicht nur Billiganbieter aus dem benachbarten Ausland auf den Plan. Auch hierzulande werden Patienten vielerorts mit Dumpingpreisen und ohne wissenschaftliches Fundament in Versuchung geführt.

 

Wenn Zahnärzte, die bislang keine Implantate gesetzt haben, ohne gründliche Aus-bildung auf diesem Gebiet aktiv werden, kann es geschehen, dass sie unkalkulierbare Risiken eingehen. Weder moderne Implantatsysteme noch eine hochgerüstete technische Ausstattung der Praxis könnten Erfahrung und Training ersetzen, warnt die Fachgesellschaft: "Von ungeübten Händen können auch angeblich ?idiotensichere? Implantat-Systeme falsch angewendet werden." Deshalb sollten sich Patienten unbedingt informieren, ob der behandelnde Arzt erforderliche Erfahrungen und Qualifikationen hat.

 

Ist dies nicht der Fall kann es schmerzhaften und unangenehmen Komplikationen kommen: "Dazu zählen zum Beispiel Weichtei-- und Nervenverletzungen, Taubheitsgefühle, Schäden an den Nachbarzähnen, Blutungen, Infektionen und Wundheilungsstörungen, Misserfolg", weiß Implantologe Prof. Weischer, Leiter des Implantatzentrums. Besonders gefährlich: Eine Entzündung des Implantatbetts. "Eine solche so genannte Periimplantitis führt unbehandelt unweigerlich zum Verlust des Implantats und kann auch auf gesunde Zähne übergreifen", warnt der Experte, selbst Implantologiegutachter , der laut der Zeitschrift Focus zu den führenden Implantologen Deutschlands gehört. 

 

Ausbildung trennt Spreu vom Weizen
Weischer, seit mehr als 15 Jahren implantologisch tätig, hat viele tausend Implantate gesetzt.  Wie über 3.000 Zahnärzte bundesweit hat er die Implantologie-Ausbildung der DGI absolviert und verfügt zudem als einer von rund 200 Zahnärzten über einen Masterabschluss in oraler Implantologie. Seit vielen Jahren ist er als Ausbilder in den Weiterbildungsprogrammen für Implantologen tätig. Wichtige Qualitätsmerkmale, die Patienten helfen, einen erfahrenen Implantologen vom ungeübten Neuling zu unterscheiden.

 

Das ist wichtig. Denn die Berufsbezeichnung "Implantologe" ist nicht geschützt. Jeder approbierte Zahnarzt darf seinen Beruf uneingeschränkt ausführen - und damit auch Zahnimplantate setzen. Im Klartext heißt das: Die Bezeichnung "Implantologe" allein sagt erst einmal nichts über die Qualifikation des Arztes aus. Eine einfache Ausbildungsurkunde ist ebenfalls kein Garant dafür, dass der Implantologe sein Metier wirklich beherrscht. So gibt es private Anbieter, die Teilnehmern eines einzigen Wochenendseminars den "Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie" bescheinigen. Bevor die DGI ein solches Zertifikat ausstellt, muss der Zahnarzt zusätzlich zu seiner Qualifikation nachweisen, dass er drei Jahre implantologisch gearbeitet und mindestens 200 Implante gesetzt hat. "Die Implantologie kann man sich nicht nebenbei an einem Wochenende aneignen", unterstreicht DGI-Chef Dhom".

 

Das wissen 90 Prozent der Patienten und suchen deshalb gezielt nach einem ver-sierten Spezialisten: Bis dato werden rund 80 Prozent der künstlichen Zahnwurzeln durch 20 Prozent der implantierenden Zahnärzte gesetzt. Für die Stiftung Warentest ein Zeichen dafür, dass Patienten beim Zahnersatz viel Wert auf Qualität legen: "Einsteiger kommen an einer umfangreichen Fortbildung nicht vorbei - oder sie beschränken sich darauf, der Zahnarzt des Vertrauens zu sein mit guter Beratung und einem erstklassigen Netzwerk an spezialisierten Profis."

 

Besonders schwierige Ausgangslagen aufgrund des Allgemeinzustandes (z.B. Patienten mit Diabetes, Blutverdünnungsmittel, Zustand nach Herzinfarkt etc.)  oder aufgrund einer extremen Knochenschrumpfung, einer fehlenden Zahnanlage, eines Zustandes nach Unfall oder Tumorbehandlung können häufig nur in einer Klinik sicher behandelt werden. Bei diesen Patienten sind oftmals große Knochenaufbauten im Vorfeld der Implantatbehandlung notwendig, die von Prof. Dr. Dr. Mohr, Direktor der Universitätsklinik für MKG-Chirurgie, durchgeführt werden. Der MKG-Chirurg besitzt eine jahrelange Erfahrung in der Rekonstruktion des Kieferknochens. Nach wie vor ist der körpereigene Knochen das beste Material, den verloren gegangenen Kiefer wieder aufzubauen oder zu rekonstruieren. Ersatzmaterialien haben ein deutlich eingeschränkteres Anwendungsspektrum. Die in der Klinik zur Verfügung stehenden, vielfältigen Operationstechniken ermöglichen dabei eine individuelle, auf die jeweilige Patientensituation abgestimmte Auswahl des Kieferaufbaumaterials.

 

Zudem besteht in der Klinik die Möglichkeit,  Risikopatienten internistisch und ggf. anästhesieologisch sicher zu betreuen.
Mohr und Weischer, die seit vielen Jahren intensiv zusammenarbeiten und an zahlreichen wissenschaftlichen Studien beteiligt sind, können dabei in den Kliniken Essen-Mitte auf eine mordernste Ausstattung mit Laser, Navigation, strahlungsarmen, dreidimensionalen Röntgen während der Implantation etc. zurückgreifen.

 

Zahnimplantate: Das sollten Sie wissen
Implantate zählen heute zu den ästhetisch und funktionell hochwertigsten und vor allem natürlichsten Möglichkeiten, um fehlende Zähne zu ersetzen. Sie ermöglichen eine uneingeschränkte Lebensqualität, denn sie lassen sich von natürlichen Zähnen weder optisch noch funktionell unterscheiden.

Bei einer Implantation setzt der Zahnarzt die künstlichen Titan-Zahnwurzeln direkt in den Kieferknochen ein. Das Implantat verwächst mit dem Knochen und dient so als fester Pfeiler für Kronen, Brücken oder Prothesen. Grundsätzlich können Zahnimplantate einen einzelnen Zahn, mehrere oder sogar alle Zähne ersetzen. Der Eingriff erfolgt im Normalfall schmerzfrei ambulant in Lokalanästhesie, ggf. auf Wunsch auch im Dämmerschlaf oder Vollnarkose, und ist in vielen Fällen nicht aufwendiger als das chirurgische Entfernen eines Zahns.

Wer verlorene Zähne durch Zahnimplantate ersetzen will, braucht jedoch Geduld und Zeit. Je nachdem wo die Implantation erfolgt und wie der Kieferknochen aussieht, dauert die Behandlung zwischen zwei und zwölf Monaten. Die Kosten hängen ebenfalls vom Einzelfall ab. Grob geschätzt müssen Patienten je künstlicher Zahnwurzel zwischen 1250 und 3000 Euro investieren, der optisch sichtbare Zahnaufbau schlägt in etwa nochmals gleichhoch zu Buche.

Doch die Investition lohnt sich: Gut gepflegt können Implantate ein Leben lang hal-ten. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge sind sie im Unterkiefer nach einem Jahrzehnt noch zu mehr als 90 Prozent funktionstüchtig, im Oberkiefer zu 80 bis 85 Prozent.

Die Lebensdauer eines Implantats hängt jedoch nicht nur vom Können des Arztes ab. Auch der Patient muss dazu beitragen. Dazu gehört zum Beispiel, aufs Rauchen möglichst zu verzichten und eigene und implantierte Zähne regelmäßig und sorgfältig zu pflegen.